2022 - B.Sc. Tjorben Lerg
Die Gesellschaft für angewandte Signalverarbeitung (GaS) e.V.* zeichnet jedes Jahr Studierende im Bereich der digitalen Signalverarbeitung und Systemtheorie aus, die herausragende Abschlussarbeiten durchgeführt haben. Besonderes Augenmerk liegt bei der Auszeichnung auf dem wissenschaftlichen und technischen Anspruch sowie dem Praxisbezug der Arbeit. Daneben werden das Engagement des Studierenden und seine Fähigkeit, interdisziplinär und im Team zu arbeiten, bewertet.
Im Rahmen der diesjährigen GaS-Online-Mitgliederversammlung wurde Tjorben Lerg, B.Sc., für seine Bachelorarbeit mit dem Titel „Design und Implementierung einer adaptiven 3D-Charakterisierung für magnetische Sensoren“ ausgezeichnet. Er entwickelte und implementierte in seiner Arbeit eine Struktur zur richtungsabhängigen Charakterisierung magnetischer Sensoren. Die Messung von Magnetfeldern erlangt in verschiedenen Fachbereichen immer größere Bedeutung. So können beispielsweise geologische Verhältnisse im Untergrund ermittelt oder biomagnetische Signale, wie vom Hirn oder vom Herzen, gemessen werden. Da die Sensoren jedoch das Magnetfeld aus verschiedenen Richtungen unterschiedlich stark messen, müssen die Sensoren zuvor charakterisiert werden, um diese Unterschiede zu berücksichtigen bzw. auszugleichen und somit die Daten für die einzelnen Anwendungen nicht zu verfälschen.
Die bisherigen Verfahren zur Charakterisierung von Magnetfeldsensoren sind relativ zeitaufwändig, da diese ein Magnetfeld (meist bei einer Frequenz) um den Sensor rotieren und dabei pro Winkel eine gewisse Zeit messen. Um dieses Verfahren zu beschleunigen, hat Herr Lerg einem Echtzeitrahmenwerk eine umfangreiche Signalverarbeitungsstruktur angelegt. Diese beinhaltet ein sogenanntes adaptives Filter zur Schätzung der Impulsantwort des Sensors, sowie einen adaptiven Algorithmus zum Rotieren des Magnetfeldes um den Sensor. Dieses Verfahren stellt sicher, dass der Sensor aus einer Richtung nicht länger als nötig charakterisiert wird, sodass eine beschleunigte und zeitoptimierte Charakterisierung des Sensors erfolgt. Genutzt werden die Ergebnisse derzeit schon im Sonderforschungsbereich 1261 „Magnetoelectric Sensors: From Composite Materials to Biomagnetic Diagnostics“. Eine Publikation der Ergebnisse des aufgebauten Messprinzips ist in Arbeit.
Die Gesellschaft für angewandte Signalverarbeitung e.V. gratuliert Herrn Lerg zu dieser tollen Leistung.
Im März 2026 nahm der DSS-Lehrstuhl an der jährlichen DAGA-Konferenz in Dresden teil.
Dank der Unterstützung des GaS-Clubs erhielt die Studentin Aylin Kösker die Möglichkeit,
den Lehrstuhl zu begleiten und vom 23. bis 26. März an der Konferenz teilzunehmen. Im
Rahmen der täglichen Poster-Sessions präsentierte sie die Ergebnisse ihrer Bachelorarbeit
„Machine Learning for the Analysis of Hydrographic Data to Assess the Waterside
Accessibility of Port Waters“ im Themenbereich Unterwasserakustik. Die Arbeit bildet eine
wichtige Grundlage für ein laufendes universitäres Forschungsprojekt zur akustischen
Analyse von Sedimenteigenschaften in Hafenbereichen. Die Poster-Session ermöglichte
wertvolle Gespräche mit Forschenden und Konferenzteilnehmenden aus verwandten
Fachgebieten.